Mein Kampf gegen den Schwindel

 

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Arztbesuch (29. August 2014)

Gestern hatte ich mir noch ganz spontan für heute einen Termin bei meinem neuen Hausarzt gemacht. Irgendwie war mir alles zu schwammig, alles zu verkorkst. Nicht nur, dass ich seit Wochen wieder verstärkt diesen Schwindel habe, aber durch die vielen Infusionen, Medikamente, Aufregungen ist mein Kreislauf irgendwie total verkorkst, mein Magen marode und ich vertrage die einfachsten Dinge nicht mehr. Früher war ich ein echter Kaffee-Junky. Gestern hatte ich nach Wochen mal wieder ein halbe Tasse Kaffee versucht. Die Quittung dafür kam eine Viertelstunde später. Zittern, Unruhe und noch abends beim Einschlafen hatte ich das Gefühl, ich hätte mindestens 10 Liter Kaffee konsumiert.

Nun ja, und da man als Schwindelpatient ja meistens schon einen monatelangen oder gar jahrelangen Ärztemarathon hinter sich hat und eigentlich bei jedem Arzt völlig mut- und hoffnungslos und irgendwie mit dem Gefühl des “allein-gelassen-werden” wieder hinauskomplimentiert wird mit so “mutmachenden” Aussagen, wie “Das wird schon wieder.” “Alles braucht seine Zeit.” “Zum Glück ist es nichts Lebensbedrohliches”, war ich gestern vielleicht auch in der Stimmung, dass ich das Gefühl hatte, ich bräuchte einen Arzt zum Reden – der mir mal zuhört – auch, weil es mir ja den ganzen Tag nicht so gut ging.

Gestern Abend hatte ich dann noch etwas Witziges in meinem Tagebuch ausprobiert. Ich schrieb einen Eintrag “Mein perfekter Tag” – und dieser Tag war auf heute bezogen, sozusagen eine Vorwegnahme und ich malte mir das Arztgespräch richtig gut aus. Ein Arzt, der sich Zeit nimmt und zuhört, der verständnisvoll ist und mich und meine Gefühle und auch Ängste versteht. Eigentlich sollte sich ja jeder Arzt so geben und für seine Patienten da sein, aber ich habe gerade im letzten Jahr leider überwiegend das Gegenteil kennengelernt. Schlechtgelaunte Sprechstundenhelferin, ein Arzt, der in Eile ist, eine Patientenabfertigung im Akkord, keine Zeit für Fragen des Patienten, Vertrösten des Patienten, um ihn schnell wieder loszuwerden und vor allen Dingen, den Patienten mit seiner Krankheit/Symptomen dann wieder alleine lassen, wenn das Fachgebiet des Arztes, ausschließen konnte, dass die Lösung in seinem Fachgebiet liegen könnte …

Also, heute Morgen bin ich dann zu meinem neuen Arzt, den ich heute erst das zweite Mal gesehen habe. Doof war, dass ich ziemlich lange warten musste, aber da ich heute ja noch krankgeschrieben bin, war es nicht weiter schlimm, denn ich hatte ja Zeit. Dann kam irgendwann mein Arzt und was soll ich sagen, das Gespräch lief noch besser, als ich es mir am Vortag schon in meinem Tagebucheintrag ausgemalt hatte. Der Arzt nahm sich Zeit, er hörte mir zu, er verstand mich und meine Gefühle, Ängste, Empfindungen. Wir diskutierten auch über die Ergebnisse des HNO (Ausfall Gleichgewichtsorgan links zu 50 %). Gegen der Meinung des HNO, dass sich das Organ wieder auf 100 % angleichen würde, meinte dieser Arzt nun, dass ich nicht davon ausgehen solle. In der Regel würde sich so ein Gleichgewichtsorgang innerhalb von 6 Wochen wieder erholen. Da meines heute noch auf dem Stand wie im Oktober 2013 sei, müsse ich leider davon ausgehen, dass es sich nicht mehr komplett erholen würde. Puh, das war dann doch ein Schock. Hatte ich mich doch immer an die komplette Gesundhung hoffnungsvoll geklammert. Aber dennoch müsse ich nicht ein Leben lang mit diesem Schwindel leben, denn mit einem Gleichgewichtsorgan, was nur zur Hälfte funktioniere, sei ein Leben ohne Schwindel durchaus möglich. Allerdings meine er, sei das im Moment gar nicht vorrangig, sondern meine Psyche, meine Ängste, meine Sorgen müssen wir als erstes in Angriff nehmen. Ich müsse zur Ruhe kommen – innerlich und äußerlich. Müsse wirklich versuchen, so wenig Stress, wie möglich zu erleben. Dürfe mir auch selbst nicht so viel Stress bereiten – mit zum Beispiel den Anspruch der Perfektion. Müsse an mich denken. Mir Hobbys suchen, die mich runterbringen. Sorgen abbauen. Und den Schwindel im Moment als gegeben hinnehmen und akzeptieren, anstatt damit zu hadern und mich aufzuregen.

Ein richtig tolles Gespräch – auch, weil es in die Richtung ging, in die ich ja auch schon unterwegs bin. Ich habe jetzt ein pflanzliches Beruhigungsmittel (kann man es so sagen?) bekommen, um innerlich zur Ruhe zu kommen und weiter an mir zu arbeiten, was z. B. Angstabbau oder -kompensation betrifft.

Ich habe vielleicht heute die Hoffnung verloren, komplett wieder gesund zu werden. Vielleicht muss ich mit diesem Schaden im Innenohr ein Leben lang leben, aber ich habe wieder Hoffnung bekommen, dass es heutzutage doch noch Ärzte gibt, denen wir Patienten wirklich am Herzen liegen, die uns zuhören, die uns helfen oder die einfach nur mitfühlend für uns da sind!!!

30.8.14 15:35
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mod (30.8.14 18:39)


Maschine die Sie bedienen müssen...


mod (30.8.14 18:41)



mod (30.8.14 18:42)


Kommt das mit von dem Verhalten der Maschine die Sie bedienen müssen...

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