Mein Kampf gegen den Schwindel

 

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Ein Gedanke

Sollte man die Krankheit eher als Feind oder als Freund betrachten?

Als ich gerade die Wäsche zusammenlegt, schoss mir ein Gedanke in den Kopf. Vielleicht ist es falsch von mir, den Schwindel als Feind zu  betrachten und dagegen in den Kampf zu ziehen. Vielleicht ist es besser, die Erkrankung anzunehmen und als Hinweis meines Körpers zu verstehen?

Ich habe mal gelesen, dass es sich bei den Menschen, die so langfristig vom Schwindel betroffen sind, gerade um Personen handelte, die das ganze Leben durchgetaktet hatten. Alles organisiert. Alles perfekt im Griff. Keine Zeit zum Durchatmen. Aber starkt und fest im Leben stehend. Diese Menschen könnten den Schwindel als eine Möglichkeit des “Innehaltens”, des zwanghaften ruhiger-werdens, als Chance über ihr Leben nachzudenken, annehmen. Denn ein Leben, wo jede Minute durchgeplant ist, mit den Stresssituationen, die entstehen, wenn halt ein Zeitplan durch äußere Umstände nicht eingehalten werden kann, ein Leben ohne Ruhepausen und Rückzugsmöglichkeiten, ist auf Dauer nicht gesund und schadet dem Körper und der Psyche immens und so bremst halt der Schwindel den Körper aus … so, wie es jede andere Krankheit, wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall, auch hätte tun können. Puh, dann könnte ich tatsächlich wirklich dem  Schwindel dankbar sein … also, dass es nur der Schwindel ist und nichts Ernsteres …

Denn ausgebremst hat er mich. Hat mich klein werden lassen, obwohl ich immer stark sein wollte und auch so wirkte. Hat mich um Hilfe bitten lassen, obwohl ich nur ganz schlecht um Hilfe bitten kann. Hat mich nachdenklich werden lassen, anstatt jeden Tag nur im Alltragstrott gedankenlos zu begehen.

Gut, zugegeben, ich hätte auch gerne auf all diese Erfahrungen verzichten können. Auf der anderen Seite sind es Erfahrungen, die ich noch nie gemacht habe und die mich erstmals über mein Leben und dessen Endlichkeit haben nachdenken lassen. Mein Gott, habe ich in den letzten Wochen und Monaten gegrübelt und nachgedacht. Habe nach Ursachen gesucht, nach Lösungen gesucht und nach jedem Strohhalm gegriffen, war am Verzagen, am Klagen, am Selbstbemitleiden, am Hoffen, am Ausprobieren … Aber ehrlich gesagt, habe ich niemals versucht, den Schwindel wirklich anzunehmen. Gut, ich habe darüber gelesen und auch mit einer Freundin gesprochen, die die Auffassung verträgt, dass man jede Krankheit, jedes Gefühl, jede Empfindung annehmen muss, bevor sich etwas bessern kann. Ja, das klang durchaus plausibel und ich hatte es auch nicht völlig ausgeschlossen, aber angenommen habe ich den Schwindel niemals …

Vielleicht ist er doch mein Freund und nicht mein Feind …

30.8.14 15:31
 


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