Mein Kampf gegen den Schwindel

 

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Schonfrist (25. August 2014)

Der Arzt verschrieb mir heute noch eine Woche “Schonfrist”. Dann solle ich aber auch versuchen, den Berufsalltag wieder anzugehen. Also bleibt mir noch eine Woche zum endgültigen Fit-werden, damit ich die Arbeitswoche dann auch überstehen kann. Im Moment kann ich noch nicht sehr lange am PC sitzen. Nach einer halben Stunde werde ich “matschig” im Kopf und habe leichte Gangunsicherheiten. Aber nächste Woche muss ich dann sechs bis sieben Stunden am PC aushalten. Gut, okay, eine Woche Zeit habe ich noch und der gestrige Tag und auch der heutige bisher geben Grund zum Anlass, dass es weiter bergauf geht ….

Mein Arzt sagte, ich solle Stress vermeiden. Stress “verdickt” das Blut und außerdem verspannen dabei sehr gerne die Nacken- und Schulternmuskeln, so dass das Ohr nicht mehr so gut durchblutet werden kann und es wieder zu stärkeren Symptomen kommen kann. Ja, sicherlich hat er Recht damit, dass Stress auf Dauer nicht gut tut. Aber mein Alltag an sich mit langem Fahrweg zum Büro, der täglichen acht bis neun Stunden Arbeit, dazu noch die Kinderbetreuung für die halbe Woche plus Wochenende, das Haus, der Garten, die Termine der Kinder, bietet schon genug Stresspotential. Meine eigenen Termine habe ich schon, so weit es geht, herunter gefahren. Aber manche Dinge müssen ja einfach irgendwie erledigt werden, Da grübel ich schon so lange drüber nach, denn er ist nicht der erste Arzt, der mir sagt, ich solle meinen Stress reduzieren. Aber bisher grübel ich ohne Ergebnis. Ich bin in meinem Kopfkarussell gefangen. http://zentiara.wordpress.com/.

30.8.14 15:30


Das war ein guter Tag (24. August 2014)

In der Tat – so kann man es ausdrücken. Schon das Einschlafen gestern Abend war gut. Das Drehen vor meinen Augen, nachdem ich sie geschlossen hatte, war nur halb so schnell wie tags zuvor. Auch die Nacht war erholsam und ruhig.

Nach dem Aufstehen drehte sich nichts und auch der Druck in den Ohren war nicht vorhanden. Das Schlimme ist, ich überprüfe diesen unglaublichen Zustand so lange, bis sich doch noch ein kleines Wackeln entdecken lässt … Da wären wir dann wieder beim phobischen Schwankschwindel ….

Mittags war ich auf einen Geburtstag eingeladen und kurz vorher behagte mir die Vorstellung der vielen Leuten und dem damit verbundenen Stimmengewirr nicht so sehr. Dennoch fuhr ich hin. Anfangs war es schon ein wenig anstrengend, so viele Menschen und ihre oftmals sehr lauten Stimmen zu ertragen, aber nachdem ich selbst in ein paar gute Gespräche verwickelt war, merkte ich, dass mich das von meiner sonst doch unbewusst ständigen Zustandsüberprüfung ablenkte und ich vergaß zeitweise meinen Schwindel … und spürte ihn auch nicht …

Ich blieb bis nach dem Kaffeetrinken und war dann doch aber froh, in mein ruhiges Zuhause zu kommen. Dennoch griff ich mir dort sofort meine Stöcker und walkte meine Runde um´s Eck. Ich wollte diesen guten Zustand einfach ausnutzen und mich endlich mal wieder “normal” und “standfest” fühlen … und ich tat es auch. Was für ein gutes Gefühl!!!

Das war ein guter Tag!

30.8.14 15:28


Happy End (23. August 2014)

…. zumindest des Tages. Es ging mir ab dem Nachmittag besser, so dass ich mich noch einmal in ein Geschäft gewagt habe. Ich hatte auch durch das schnelle Shoppen am Vormittag zwei Sachen vergessen. Dieses Mal lief es besser und ich blieb ruhig und relativ schwindelfrei.

Nachmittags schwindelte es noch ab und an in meinem Kopf, aber trotzdem war ich eine Runde “walken” und es wurde dadurch eher besser als schlechter. Bewegung hilft und lenkt mich ab. Vielleicht ist Ablenkung ein weiteres Geheimnis…

Manchmal, wenn es mir besonders schlecht geht, wenn ich wirklich den Boden unter den Füßen verliere, dann frage ich ganz oft nach dem “Warum?” … Dabei sind Fragen, die mit “Warum” beginnen, wenig konstruktiv. Sie sind nicht lösungsorientiert und führen eher weiter hinab, als dass sie helfen … Aber wenn ich mich wirklich so mies und verloren und haltlos fühle, dann passiert es und die Fragen in meinem Kopf fahren Karussell und sind nicht zu stoppen .. “Warum ich?” … “Warum hört es nicht auf” … “Warum passiert mir das” … “Warum hilft mir nichts wirklich” … “Warum fnden die Ärzte nicht, was sie im Nullkommanix behandeln können” … Hilft natürlich alles nichts und bringt nicht weiter. Irgendwann geht es dann wieder besser und ich gebe mir selbst einen kleinen Tritt in den Allerwertesten und schäme mich für mein Selbstmitleid … Denn an sich ist Schwindel oder mein Schwindel nichts Lebensbedrohliches. Nichts Gefährliches verbirgt sich dahinter. Nur zieht er Dir einfach den Boden unter den Füßen weg … und dieses Gefühl ohne Halt, nimmt Dir alle Sicherheit und lässt Dich erstmals erkennen, dass man selbst endlich ist und dass man von einer auf der anderen Sekunde den Halt im Leben verlieren kann …

Mit einem Zitat will ich für heute enden …
Die Welt scheint mir ein Kreisel, bewohnt von einem schwindeligen Volke.
         – Joseph Joubert
30.8.14 15:26


Verunsichert

Heute ist der Kämpfer in mir schwach. Er liegt am Boden und “leckt” seine Wunden. Und mein Feind “der Schwindel”, der nutzt natürlich jede kleine Schwäche, um zuzuschlagen und wieder an Macht zu gewinnen.

Unterschätze nur niemals Deinen Gegner. Und hoffe schon gar nicht auf Fairness und Rücksichtnahme. Er nutzt Deine Fehler und Schwächen gnadenlos aus.

Also, mein Kopf ist wie in Watte gepackt. Vorhin beim Einkaufen waren meine Beine weich und ich war zittrig. Immer diese schrecklichen Klimaanlagen mit ihrem Überdruck und Rauschen. Teilweise fühle ich mich wie eine Katze, die ein Wahnsinnsgehör hat. Die Welt erscheint mir so viel lauter als früher. Die Menschen reden so viel. Die Menschen reden laut. Warum ist alles nur so laut? Und in dieser schwachen Situation ließ ich die  Angst zu. Ich merkte, wie Panik aufstieg. “Nur nicht umkippen” “Nur nicht umkippen” – murmelte immer wieder diese Beschwörungsformeln im Kopf. Vielleicht sollte ich diese Formeln “positiv” formulieren. Man sagt doch, dass man auch Kindern keine negativen Sätze sagen soll, wenn man ihr Verhalten ändern möchte oder sie zu etwas bewegen möchte. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, dass Wort “nicht” richtig bzw. überhaupt zu verarbeiten. Das Gehirn überhört das “nicht” und das Gegenteil, von dem was wir wollten, kommt beim Gehirn an … Na, toll, dann fordere ich mich also zum Umkippen auf … Letztendlich ist nichts passiert. Ich habe zwar schneller als normal den Laden verlassen. Das war vielleicht schon eine kleine Flucht, für die ich mich schämen müsste … Tue ich aber nicht, das Durchhalten an sich war wichtiger!

Ich muss durchhalten. Aber da ich heute um meine Schwäche weiß, werde ich mich ein wenig in mein Lager zurückziehen und ausruhen, bis meine Kräfte wieder voll da sind. Ich weiß heute um meine Verwundbarkeit…

30.8.14 15:25


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