Mein Kampf gegen den Schwindel

 

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Noch zwei Tage ... (30. August 2014)

… zum fit-werden. Montag will ich wieder arbeiten. Das ist mein Ziel. Zugegeben dieses Ziel verfolge ich mit mulmigen Gefühlen im Gepäck. Was, wenn ich es doch noch nicht packe? Was, wenn gleich wieder der Stress wie wogende Wellen über mich zusammenschlägt? Ist man erst im Büro, ist es spätestens nach ein paar Stunden vergessen, dass man gerade vier Wochen lang nicht arbeitsfähig sein konnte und schon prasselt alles auf einen herein …

Trotzdem, ich kann ja nicht ewig zu Hause hocken und über mein Schicksal grübeln. Ich freue mich auf die Kollegen, auch auf die Arbeit und auch wieder dabei zu sein.

Jetzt habe ich noch zwei Tage .. zum Ausruhen … zum Bewegen … zum Trainieren … zum ruhig werden … zum Nachdenken … zum Runterkommen … Ich werde sie auf jeden Fall genießen und versuchen, jegliche aufkommende komische Gedanken oder Sorgen im Keim zu ersticken.

Außerdem habe ich einen beruhigenden Joker in der Tasche. Mein einfühlsamer neuer Hausarzt hat mir versichert, als ich mit ihm über meine Sorgen zum Arbeitsbeginn sprach, dass ich, sobald ich merke, dass ich einfach noch nicht so weit bin und einfach noch nicht einen 8-Stunden-Tag durchhalten kann, nicht scheuen soll, zu ihm zu kommen. Notfalls zieht er mich nochmals ein paar Tage raus … Also, was kann schon passieren …?!

30.8.14 15:37


Nachdenklich (29. August 2014)

Ich wollte mich eigentlich mit dem Gedanken noch gar nicht befassen … habe es heute den ganzen Tag vor mir hergeschoben.

Aber es schwelt ohnehin die ganze Zeit unter der Oberfläche. Es hat mich doch irgendwie getroffen, dass sich mein Gleichgewichtsorgan im Innenohr vielleicht doch nie mehr erholen wird und bei 50 Prozent Leistung bleiben wird.

Klar, ich finde es gut, dass ein Arzt endlich mal Klartext redet, anstatt mit schwammigen unglaubwürdigen Ausflüchten vielleicht doch eine – wenn auch nur ganz kleine – Hoffnung nähren. Aber jetzt, nachdem ich den ersten “Schock” überwunden habe, kommen die Fragen und natürlich auch die Befürchtungen und Sorgen hoch. Was bedeutet das genau für mich? Werde ich mein ganzes Leben unter solchen Schwindelattacken oder Zusammenbrüchen zu leiden haben? Ist immenser Stress tatsächlich ein so starker Auslöser dafür? Aber wie baut man Stress an, den man zum Teil auch selbst innerlich züchtet? Und es gibt nun mal Dinge, Verpflichtungen und Personen, denen man irgendwie gerecht werden muss … und ja, wenn dass dann sehr viele sind, dann artet das auch schon mal in Stress aus. Weiter geht es im Gedankenkarussell … Werde ich den Schwindel tatsächlich loswerden können oder wird das geschwächte Gleichgewicht in gewissen Situationen oder bei bestimmten Bewegungen vielleicht immer eine Art Schwindel auslösen?

Nun, alles grübeln wird nichts nützen und den Kopf in den Sand stecken schon gar nicht. Wenn es so ist, dass ich nie wieder 100 %iges Gleichgewicht erlange, dann ist es wohl etwas, mit dem ich lernen muss zu leben. Und ja, es ist in der Tat nichts Lebensbedrohliches und ich weiß und kenne auch Menschen, die mit weitaus Schlimmeren fertig werden. Es ist halt nur nicht so leicht … und in schwachen Momenten lässt man halt die Gedankenspirale laufen und findet sich nicht selten in einer rührseligen Selbstmitleidsphase wieder … Aber auch das hat noch nie wirklich Jemandem geholfen – im Selbstmitleid zu versinken!!!

30.8.14 15:36


Arztbesuch (29. August 2014)

Gestern hatte ich mir noch ganz spontan für heute einen Termin bei meinem neuen Hausarzt gemacht. Irgendwie war mir alles zu schwammig, alles zu verkorkst. Nicht nur, dass ich seit Wochen wieder verstärkt diesen Schwindel habe, aber durch die vielen Infusionen, Medikamente, Aufregungen ist mein Kreislauf irgendwie total verkorkst, mein Magen marode und ich vertrage die einfachsten Dinge nicht mehr. Früher war ich ein echter Kaffee-Junky. Gestern hatte ich nach Wochen mal wieder ein halbe Tasse Kaffee versucht. Die Quittung dafür kam eine Viertelstunde später. Zittern, Unruhe und noch abends beim Einschlafen hatte ich das Gefühl, ich hätte mindestens 10 Liter Kaffee konsumiert.

Nun ja, und da man als Schwindelpatient ja meistens schon einen monatelangen oder gar jahrelangen Ärztemarathon hinter sich hat und eigentlich bei jedem Arzt völlig mut- und hoffnungslos und irgendwie mit dem Gefühl des “allein-gelassen-werden” wieder hinauskomplimentiert wird mit so “mutmachenden” Aussagen, wie “Das wird schon wieder.” “Alles braucht seine Zeit.” “Zum Glück ist es nichts Lebensbedrohliches”, war ich gestern vielleicht auch in der Stimmung, dass ich das Gefühl hatte, ich bräuchte einen Arzt zum Reden – der mir mal zuhört – auch, weil es mir ja den ganzen Tag nicht so gut ging.

Gestern Abend hatte ich dann noch etwas Witziges in meinem Tagebuch ausprobiert. Ich schrieb einen Eintrag “Mein perfekter Tag” – und dieser Tag war auf heute bezogen, sozusagen eine Vorwegnahme und ich malte mir das Arztgespräch richtig gut aus. Ein Arzt, der sich Zeit nimmt und zuhört, der verständnisvoll ist und mich und meine Gefühle und auch Ängste versteht. Eigentlich sollte sich ja jeder Arzt so geben und für seine Patienten da sein, aber ich habe gerade im letzten Jahr leider überwiegend das Gegenteil kennengelernt. Schlechtgelaunte Sprechstundenhelferin, ein Arzt, der in Eile ist, eine Patientenabfertigung im Akkord, keine Zeit für Fragen des Patienten, Vertrösten des Patienten, um ihn schnell wieder loszuwerden und vor allen Dingen, den Patienten mit seiner Krankheit/Symptomen dann wieder alleine lassen, wenn das Fachgebiet des Arztes, ausschließen konnte, dass die Lösung in seinem Fachgebiet liegen könnte …

Also, heute Morgen bin ich dann zu meinem neuen Arzt, den ich heute erst das zweite Mal gesehen habe. Doof war, dass ich ziemlich lange warten musste, aber da ich heute ja noch krankgeschrieben bin, war es nicht weiter schlimm, denn ich hatte ja Zeit. Dann kam irgendwann mein Arzt und was soll ich sagen, das Gespräch lief noch besser, als ich es mir am Vortag schon in meinem Tagebucheintrag ausgemalt hatte. Der Arzt nahm sich Zeit, er hörte mir zu, er verstand mich und meine Gefühle, Ängste, Empfindungen. Wir diskutierten auch über die Ergebnisse des HNO (Ausfall Gleichgewichtsorgan links zu 50 %). Gegen der Meinung des HNO, dass sich das Organ wieder auf 100 % angleichen würde, meinte dieser Arzt nun, dass ich nicht davon ausgehen solle. In der Regel würde sich so ein Gleichgewichtsorgang innerhalb von 6 Wochen wieder erholen. Da meines heute noch auf dem Stand wie im Oktober 2013 sei, müsse ich leider davon ausgehen, dass es sich nicht mehr komplett erholen würde. Puh, das war dann doch ein Schock. Hatte ich mich doch immer an die komplette Gesundhung hoffnungsvoll geklammert. Aber dennoch müsse ich nicht ein Leben lang mit diesem Schwindel leben, denn mit einem Gleichgewichtsorgan, was nur zur Hälfte funktioniere, sei ein Leben ohne Schwindel durchaus möglich. Allerdings meine er, sei das im Moment gar nicht vorrangig, sondern meine Psyche, meine Ängste, meine Sorgen müssen wir als erstes in Angriff nehmen. Ich müsse zur Ruhe kommen – innerlich und äußerlich. Müsse wirklich versuchen, so wenig Stress, wie möglich zu erleben. Dürfe mir auch selbst nicht so viel Stress bereiten – mit zum Beispiel den Anspruch der Perfektion. Müsse an mich denken. Mir Hobbys suchen, die mich runterbringen. Sorgen abbauen. Und den Schwindel im Moment als gegeben hinnehmen und akzeptieren, anstatt damit zu hadern und mich aufzuregen.

Ein richtig tolles Gespräch – auch, weil es in die Richtung ging, in die ich ja auch schon unterwegs bin. Ich habe jetzt ein pflanzliches Beruhigungsmittel (kann man es so sagen?) bekommen, um innerlich zur Ruhe zu kommen und weiter an mir zu arbeiten, was z. B. Angstabbau oder -kompensation betrifft.

Ich habe vielleicht heute die Hoffnung verloren, komplett wieder gesund zu werden. Vielleicht muss ich mit diesem Schaden im Innenohr ein Leben lang leben, aber ich habe wieder Hoffnung bekommen, dass es heutzutage doch noch Ärzte gibt, denen wir Patienten wirklich am Herzen liegen, die uns zuhören, die uns helfen oder die einfach nur mitfühlend für uns da sind!!!

30.8.14 15:35


Was ist heute nur los? (28. August 2014)

Irgendwie geht es mir heute komisch … diffusen Schwindel, wackeliger Boden, aber auch insgesamt zittrige Beine und innere Unruhe. Seit gestern Abend nehme ich nicht mehr das Medikament gegen den Schwindel. Kann das der Auslöser sein? Schließlich hatte es ja schon eine enorm dämpfende und müdemachende Wirkung. Aber irgendwann muss ich ja ohne klarkommen und so toll ging es mir mit den Tabletten ja auch nicht.

Trotzdem habe ich mich davon nicht beeindrucken lassen und habe heute sehr viel gemacht und unternommen: Ich war Walken, ich war bei Physio (den Nacken behandeln lassen). Dann habe ich Leergut weggebracht, Getränke gekauft, war noch in einem Supermarkt, beim Metzger. Mittags habe ich ein bisschen ausgeruht, ein wenig “autogenes Training” gemacht. Dann habe ich hier unten im Haus alles gesaugt (dabei wird mir immer total komisch – diese Bewegung und dieses nach-unten-blicken) und letztendlich bin ich noch raus in den Garten. Vier Wochen lang habe ich nichts in meinen Beeten gemacht und dementsprechend sahen sie aus. Also habe ich Unkraut gerupft, gehakt und vertrocknete Blüten abgeschnitten. Anfangs wurde mir total komisch dabei. Dieses Kopfüber auf den Knien. Da wollte tatsächlich wieder ein wenig Panik hochkriechen. Aber das habe ich nicht zugelassen. Habe weitergemacht und mich damit beruhigt, dass, wenn ich umkippe, ich ja nicht so tief falle. Was soll schon in einem weichen Blumenbeet passieren? Und es wurde besser. Ich habe mir dann sogar noch ein zweites Beet vorgenommen und die Kübel vor dem Haus neu mit Blumen bepflanzt. Danach war ich zwar ziemlich zittrig (schwindelig nicht), aber ich war trotzdem stolz, dass ich den ersten Versuch im Garten nach dem schlimmen Ausfall im Innenohr so gut bewältigt habe.

Den Abend werde ich auch noch rumkriegen. Ich entspanne ja jetzt schon beim Schreiben. Und notfalls bliebe ich auf der Couch liegen, aber da ich heute insgesamt so viel wie schon lange nicht mehr gemacht habe, dürfte das ja erlaubt sein.

30.8.14 15:34


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